Neuer Einsatz, neues Objekt, neue Regeln. Kaum hast du dir gemerkt, wo der Putzraum ist, wirst du schon ins nächste Gebäude geschickt. Jedes Objekt tickt anders: andere Böden, andere Materialien, andere Erwartungen. Zeit für eine richtige Einweisung? Meist Fehlanzeige. Stattdessen gilt: learning by doing und bitte sofort funktionieren. Kein Wunder also, dass Fehler passieren. Meist nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Unwissenheit. Denn sei ehrlich: niemand klärt dich und die anderen knapp 700.000 Beschäftigten in der Reinigungsbranche über die richtigen Regeln auf.
Die größten Reinigungsfehler und warum sie passieren
Niemand geht mit dem Plan zur Arbeit, etwas falsch zu machen. Trotzdem gehören Fehler im Alltag dazu – vor allem dann, wenn du ständig in neue Objekte kommst und sofort funktionieren sollst. Hier sind die Klassiker aus der Praxis und warum sie so häufig passieren.
1. Falsche Reinigungsmittel
Viele Reinigungsfehler entstehen nicht beim Putzen, sondern schon im Putzraum. Neuer Einsatz, neues Regal, neue Flaschen. Manche beschriftet, manche nicht, bei anderen weißt du nicht mal, ob noch der Originalinhalt drin ist. Zeit zum Einlesen gibt es selten. Trotzdem musst du loslegen.
Das Problem: Jedes Objekt ist anders. Andere Böden, andere Oberflächen, andere Anforderungen. Genau hier entstehen die meisten Fehler: Universalreiniger für alles oder aggressive Produkte auf empfindlichen Flächen. Die Folgen zeigen sich oft erst später: matte Oberflächen, Schlieren, schnelleres Wiederanschmutzen. Dabei hilft schon ein kurzer Check: Welche Oberfläche? Welches Mittel? Lieber einmal nachfragen als später Ärger haben.
2. Reinigungsmittel falsch dosieren
Zeitdruck, wechselnde Produkte und jede:r hat einen anderen Tipp. Also lieber etwas mehr? Viel hilft viel? Leider nein. Überdosierung sorgt für klebrige Flächen, Schlieren auf Böden und Glas und dafür, dass alles schneller wieder schmutzig aussieht. Diese Mängel liegen selten bei dir, sondern an fehlender Einweisung, keinem Dosiersystem und unnötigem Druck.
3. Reinigung ohne System
Deine Schicht startet, das Objekt ist groß, die Zeit ist knapp und ein klarer Plan fehlt. Also arbeitest du dich irgendwie durchs Gebäude. Am Ende hast du viel gemacht und trotzdem das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Ohne System kostet Reinigung unnötig Zeit und Nerven. Dabei ist die Lösung simpel: eine feste Reihenfolge und ein sicheres Putz-System. Immerhin fühlen sich laut Zipdo die Hälfte aller Reinigungsteams durch Schulungen sicherer, auch komplexe Aufgaben während der Arbeit zu meistern.
4. Falsche oder verschmutzte Reinigungsgeräte
Ein Blick in den Putzwagen reicht und du weißt: Das wird spannend. Der Lappen ist mehr Erinnerung als Werkzeug, der Wischeimer hat schon bessere Tage gesehen. Ein Ersatz ist nirgends zu sehen. Also nimmst du, was da ist. In der Zeitarbeit arbeitest du oft mit Material, das schon viele Einsätze hinter sich hat. Das Problem: Schmutz wird verteilt statt entfernt. Der Fehler liegt hier ganz klar bei ungeeigneten oder verschmutzten Arbeitsmitteln, die nicht oft genug ausgetauscht werden.
5. Zu nasses Wischen
Neuer Boden, aber keiner sagt dir, was es eigentlich für ein Material ist. Fliese? Kunststoff? Irgendwas mit Holz? Sicher ist nur: Der Kunde will einen sauberen Boden. Also lieber noch ein bisschen mehr Wasser, damit es gründlich wird? Genau das schadet den meisten Böden. Zu viel Wasser lässt Böden aufquellen, sorgt für Rutschgefahr und kann echte Schäden verursachen. Gerade am Anfang passieren hier die meisten Fehler weil niemand erklärt, wie es richtig geht.
6. Versteckte Bereiche vergessen
Die Kontrolle ist immer schnell erledigt: Böden glänzen, Mülleimer leer, Sanitärbereiche okay. Hinter den Schrank oder unter den Heizkörper wird nicht geschaut. Nicht aus Faulheit, sondern weil diese Stellen selten Priorität haben. Das bemerkt doch eh niemand, oder? Genau dort sammeln sich aber Schmutz und Keime. Später heißt es dann: „Hier wird nicht gründlich gereinigt.“
7. Fenster und Glas falsch reinigen
Du kannst einen Raum perfekt reinigen, aber wenn das Glas Schlieren hat, interessiert der Rest nicht. Alle schauen durchs Fenster oder öffnen Glastüren. Schmutzige Gläser fallen sofort beim Betreten des Raums auf. Dabei liegt es meist nicht am Können, sondern an zu viel Reiniger, falschen Tüchern, der falschen Technik oder schlechtem Timing.
8. Unregelmäßige Reinigung
Wenn Böden grau wirken und Oberflächen stumpf sind, liegt das selten an deinem Einsatz. In vielen Objekten wird nur reagiert, statt regelmäßig zu reinigen. Grundreinigungen werden geschoben und zu unregelmäßig gereinigt. Das Ergebnis: später noch mehr Aufwand, mehr Chemie und trotzdem keine guten Ergebnisse.
9. Spezialreinigungen ohne Einweisung
„Kannst du das eben mitmachen?“ klingt harmlos, ist aber oft heikel. Teppiche, Polster, Maschinen oder sensible Bereiche brauchen Fachwissen. Ein falsches Mittel oder zu viel Feuchtigkeit und aus Hilfsbereitschaft wird ein Schadenfall. In einer Studie zeigte sich, dass über 70 % der Trainings erst beim Arbeiten stattfinden und nicht ausreichend, speziell im Umgang mit Chemikalien und Risiken, ausfallen. Damit ist klar: eine gute Schulung ist immer der beste Schutz vor Reinigungsfehlern.
Kurze Checkliste für den Arbeitsalltag
Damit jeder Arbeitstag glatt läuft und keine Ecke vergessen wird, hilft diese Checkliste dabei, sicher, effizient und systematisch zu arbeiten. Schnell ist gut, aber clever ist besser!
- Objekt und Flächen prüfen
- Putzraum checken
- Putzmittel klar zuordnen
- Unklare Reiniger nicht benutzen
- Dosierung einhalten
- Bodenart prüfen
- Systematisch arbeiten
- Saubere Geräte nutzen
- Bodenart vor Nassreinigung klären
- Versteckte Stellen mitreinigen
- Spezialreinigungen nur mit Einweisung
- Sicherheit geht vor Schnelligkeit
Kleine Fehler – große Wirkung
In der Gebäudereinigung sind die meisten Mängel kein persönliches Versagen, sondern Systemfehler. Zu wenig Einweisung, falsche Arbeitsmittel und unrealistische Zeitvorgaben wirken sich direkt auf die Qualität aus. Du und deine Kolleg:innen wollen immerhin gute Arbeit leisten. Mit klaren Abläufen, passenden Mitteln und realistischen Erwartungen klappt das auch. Laut einer Studie von Zipdo berichten Unternehmen von einer Effizienzsteigerung von 68 % nach Weiterbildungen und richtigen Einweisungen. Also gilt am Ende: Sauberkeit beginnt bei der Methode, nicht beim Durchwischen.